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Retail Toolkit - Designing for Holism

Kann es Marken gelingen, verschiedene Kontaktpunkte, verschiedene Kategorien, ja sogar verschiedene Retail-Konzepte in ein ganzheitliches Narrativ einzubetten? Und ob – beispielsweise in "The Village".

Immer häufiger setzen Raumdesign-Studios ihre Arbeit jenseits der Wände fort und stoßen ins Produkt- und Branding-Design vor. Einige schützen ihre ganzheitliche kreative Vision sogar dadurch, dass sie alle drei Dimensionen in einem Komplettpaket bündeln – zu nennen wäre hier der Dreiklang aus Produkt, Branding und Installation des Note Design Studios für Tarkett, eine schwedische Marke für Bodenbeläge, oder als ganz aktuelles Beispiel das transdisziplinäre Konzept von Snøhetta für das Modelabel Holzweiler.

Dieser norwegische Retailer legte Wert auf ein nahtloses Markenerlebnis: über alle Kontaktpunkte hinweg, von der Online-Präsenz bis vor Ort im Geschäft. Snøhetta schlug eine Rasterstruktur vor – ideal geeignet, um im Web-Store verschiedene grafische Elemente zu platzieren, aber auch als Grundlage für die räumliche Aufteilung der Lagerfläche in der neuen Firmenzentrale des Modelabels in Oslo oder für die Anordnung der Display-Elemente im Flagship-Store in der Prinsens Gate.

"Kann es Marken gelingen, verschiedene Kontaktpunkte, verschiedene Kategorien, ja sogar verschiedene Retail-Konzepte in ein ganzheitliches Narrativ einzubetten?"

Dieser holistische Ansatz ist beeindruckend wirkungsvoll. Vor allem jedoch auch, weil Snøhetta – trotz des visuellen Leitmotivs, das sich durch die Räumlichkeiten und sonstige Präsenz der Marke zieht – kontrollierte Spielräume lässt: So kann die videobasierte Website ganz einfach geändert werden, und die Farbgestaltung ist benutzerspezifisch anpassbar, um das zugrunde liegende Thema neuer Kollektionen farblich aufzugreifen.

Kann jeder Retailer mit ähnlich holistischer Ambition diesen Ansatz auf seine bereits bestehenden Vertriebskanäle übertragen, ohne bei null anfangen zu müssen? Wie dies realisiert werden kann, lässt sich in "The Village" nachvollziehen: Hier präsentiert Visplay seine modularen Ladenbausysteme. Im Showroom in Weil am Rhein sind – um eine Plaza herum – vier unterschiedliche Retail-Konzepte für eine fiktive Marke angeordnet. In diesem Setting beweisen die finnische Innenarchitektin Joanna Laajisto und ein Team aus Design-Spezialisten, dass auch für ganz disparate Umgebungen ein einheitliches Narrativ möglich ist. Dazu wurde in jeder Anordnung ein anderes Visplay-Produkt verwendet, und die vier Räume wurden über visuelle Konstanten miteinander in Beziehung gesetzt.



Veröffentlichungsdatum: 15.07.2019
Bilder: Roman Thomas