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What’s driving retail - Holism

Für das Raumdesigner-Duo Christophe Penasse und Ana Milena Hernandez, Inhaber des Studios Masquespacio in Valencia, sind Materialien zur Gestaltung von Oberflächen nach ganzheitlichem Prinzip die natürliche Fortsetzung des Narrativs einer Marke.

Masquespacio ist dafür bekannt, dass seine Projekte konsequent einer konzeptionellen Story folgen. Wenn Sie sich einem Raum konzeptuell nähern, wie recherchieren Sie, damit sichergestellt ist, dass Sie an jedem Kontaktpunkt, bei jedem Material und mit jedem Gegenstand dem Narrativ treu bleiben?


Für uns ist wichtig, dass unser Kunde sich öffnet und uns mitteilt, warum genau er sich zu seinem Projekt entschlossen hat. Die Marken-Story – manchmal auch die Geschichte der Marke – durchdringt einen Raum dann häufig bis in den letzten Winkel.

Nehmen wir zum Beispiel unseren Kunden Antonio Ramirez. Ihm gehört das Restaurant Albabel. Sein Traum war eine mediterrane Küche, in die Elemente seiner andalusischen Wurzeln einfließen. Daraus entstand unsere Idee, mit Terrakottaziegeln zu arbeiten – an erwarteter und unerwarteter Stelle – und mit Raffiabast an die andalusische Handwerkskunst anzuknüpfen.

„... jede Markenfläche individuell gestaltet sein sollte, damit den Kunden jedes Mal vielfältige Erlebnisse geboten werden.“

In Hotels waren die Läden in der Lobby bisher Bereiche, von denen sich Reisende wenig versprachen – außer vielleicht ein paar Souvenirs und Toilettenartikel. Das ändert sich gerade: Nun werden diese Räume zu Marken-Hotspots und bieten eine echte Erlebniswelt. Das gilt sogar für den Frühstücksraum. Worauf achten Sie, damit diese Räumlichkeiten Charakter zeigen, aber weiterhin Teil der Gesamterfahrung der Gäste im Hotel sind?


Zunächst einmal betrachten wir den Speiseraum eines Hotels nicht als Teil der eigentlichen Immobilie, sondern als Teil des Umfelds, der Community vor Ort. Es geht uns also um einen holistischen Ansatz auf einer ganz neuen Ebene!

Das ist für uns der Schüssel: Wir verstehen diese Räume als offene Bereiche, in denen Menschen von überall her zusammenkommen, sich treffen und miteinander in Kontakt treten können – ohne die Hürden, die Hotels hier in der Regel errichten. Unser Ziel auf der Ebene des Designs besteht darin, ein ganz und gar einzigartiges Erlebnis zu schaffen, das sowohl am Tag als auch in der Nacht funktioniert und sich an der jeweiligen Situation orientiert. Wenn das Design dabei vom Rest des Hotels abweicht, sorgen wir dennoch für Verknüpfungen mit der Zimmergestaltung. Dazu dient uns ein übergeordnetes Farb- und Materialkonzept, das in kleinen, dekorativen Elementen zum Ausdruck kommt. Die Hotelgäste erkennen, quasi als exklusive Insider, diesen „roten Faden“. Das stärkt in der Regel die positive Gesamterfahrung.

Sie haben jüngst drei unterschiedliche Locations für das Kento-Restaurant in Spanien gestaltet. Worin unterscheiden sich die einzelnen Standorte? Und was verbindet sie andererseits zu einem großen Ganzen?



Wir konnten uns beim Thema Interior Design schon immer für den Ansatz von Aesop begeistern: Jeder Shop soll individuell eingerichtet sein, aber seine Identität klar vermitteln, und zwar ohne den Einsatz einer Vielzahl von Markenlogos. Wir sind fest davon überzeugt, dass jede Markenfläche individuell gestaltet sein sollte, damit den Kunden jedes Mal vielfältige Erlebnisse geboten werden. Es macht Spaß, Kunden bei jedem Besuch in einem neu eröffneten Laden überraschen zu können.

Veröffentlichungsdatum: 23.07.2019
Bilder: Frame